Bericht von der Winterfahrt 2012/13

Winterfahrt2012_4Diese tolle, sieben Tage lange Fahrt der beiden Rotten Streuner und Schmuggler führte uns über Silvester in das Jahr 2013. Wir hatten alle eine Menge Spaß. Mit vielen Geländespielen und jeder Menge Lieder, die wir gesungen haben, machten wir es uns in unserem Häuschen mit drei Kaminen gemütlich.

Zurück zum Anfang:
Wir mussten erst mal 4 Stunden Zug und Bus fahren ehe wir an unserem zweistöckigen Häuschen am Rande von Breitenstein (Harz) ankamen. Dort wurden die Fensterläden geöffnet und wir haben in der Zwischenzeit das Gelände erkundet: Ein Bach, ein zugefrorener Löschteich und viel Wiese. Dahinter eine Menge Wald. Bald kamen auch Marcus und Schieba mit dem Material-Auto an. Nach der Erkundungstour gab’s das erste Essen (Snack-Brote).

Winterfahrt2012_7Danach ging es wieder raus und wir spielten unser erstes großes Spiel auf der Fahrt. Das ging leider ein bißchen in die Hose, wir hatten das Spiel irgendwie falsch verstanden, am Ende war es dann aber doch sehr lustig. Dann bezogen wir unsere Zimmer. Jede Rotte hatte ihren eigenen Raum, auch die „alten Säcke“ (Erwachsene) hatten ein eigenes Zimmer. Dort war es, nachdem wir Kerzen aufgestellt hatten, echt gemütlich. Abends gab es immer gut zu Essen. Klassisch Nudeln mit Allerlei, außer einmal „Reis mit Scheiß“.

Winterfahrt2012_5Die nächsten Tage begannen immer mit dem „Morgenkreis“: Wir singen ein Lied und es wird ein von 2 Kindern gewähltes oder ausgedachtes Spiel vorgestellt und gespielt. Der Tag ging dann mit dem ersten Abwasch – wie nach jeder Mahlzeit – los und wir haben unsere Lieder für den anstehenden Berliner Singewettstreit geprobt. Den restlichen Tag waren wir in AGs und/oder haben gekocht. Es gab die Stop-Motion AG, die kleine Filme mit kleinen Tricks produzierte, die Pen-and-Paper Rollenspiel AG, die ein Rollenspiel mit Papier und Stift spielte, die Hörspiel AG, die ein Hörspiel der „Drei ???“ mit allen Geräuschen machte, eine Bastel-AG, wo Devil-Sticks zum Jonglieren gebaut wurden und die Foto-Love-Story AG, die einen kleinen Comic mit einer witzigen Geschichte herausbrachte.
Außerdem konnte man in der Küche sein Messer auf einem japanischen Schleifstein von Torben – unserem Superkoch – wieder richtig scharf machen.

Winterfahrt2012_27Natürlich waren wir auch draußen und haben das brandneue Geländespiel „Pokémon“ gespielt, das uns allen Spaß machte. Dabei war jedes Kind ein Pokémon, dass im Wald rumrannte und die alten Säcke waren die Pokémontrainer, die uns erst fangen und dann bei Turnieren mit uns antreten konnten. Außerdem haben wir noch ein Karawanengeländespiel gemacht. Wir Kleinen mussten dabei Ware durch den Wald transportieren, um sie zum Händler zu bringen und Geld zu verdienen. Die alten Säcke waren die Räuber, die versucht haben, die Karawanen unterwegs zu überfallen. Am Ende haben wir dann einfach die Räuber im Wald selbst überfallen und ihre Beute zurückgestohlen.

Winterfahrt2012_11Silvester war zunächst eigentlich ein ganz normaler Tag. Wir frühstückten zusammen, planten unser Festmahl und sangen unsere Lieder. Nun mussten wir unseren Holzspeicher im Haus auffüllen und in Windeseile machten sich 6 Jungs daran, das Holz vom Speicher ins Haus zutragen. An Silvester hatte da noch keiner gedacht. Im Haus wurde das Holz aufgestapelt und schließlich nach und nach in den Öfen verbrannt.

Winterfahrt2012_13Abends gab es dann das alljährliche Silvester 3 Gänge-Menü. Die Schmuggler bereiteten einen Vorspeisensalat mit gerösteten Sonnenblumenkernen vor. Die Erwachsenen servierten als Hauptspeise Gulasch mit Kartoffelecken und Rotkohl und die Streuner machten das Dessert: In Schokolade getauchte Früchte und Cornflakes. Das ganze Essen war ein echter Erfolg und es blieb auf keinem Teller etwas liegen. Auch war uns niemand böse, dass wir in die Schokofrüchte ein paar Gurken, Zwiebeln und Knoblauchzehen mit hineingeschmuggelt hatten.
Doch der Abend wurde noch ganz anders; wir versammelten uns vor der Tür und liefen dann in den Wald und zu einer Lichtung. Dort wurde ein Feuer aus Zweigen entzündet und es wurde eine kurze Rede gehalten. Und danach bekamen wir Neuen unser Zugvogel-Barett. Über jeden von uns Neuen wurde eine kleine Rede gehalten und wir wurden feierlich in den Zugvogel aufgenommen.
Das war schon ein sehr aufregender Moment.
Winterfahrt2012_16Zum Glück hatten ein paar von uns auch noch Silvesterknaller dabei die wir dann zurück beim Häuschen abgeschossen haben. Außerdem haben wir noch Feuerbälle gebastelt, also brennende Bälle, die man mit der Hand anfassen und rumwerfen kann. Das neue Jahr haben wir mit einem lauten „Zugvogel – Ayen!“ begrüßt. Den Rest der Nacht verbrachten wir mit Singen bis um fünf Uhr früh, den kleinen Rest mit ein bisschen Schlafen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm 1.1.2013 schliefen die meisten bis um 12:00 Uhr, sodass das Frühstück eher einem nachgeholten Mittagessen glich, einem gemütlichen Brunch.
An diesem Tag gingen wir auf „Hajk“: wir gingen um 15:00 Uhr raus und verbrachten eine lange und nasse Nacht draußen. Es schüttete wie aus Eimern, eigentlich die ganzen Tage, gottseidank war es nicht kalt. Wir haben uns im Wald eine kleine Zeltkonstruktion gebaut, mit einem Feuer in der Mitte. Dort lagen wir dann schon sehr früh in unseren Schlafsäcken und haben uns lange unterhalten. Am Ende hat Marcus dann noch etwas vorgelesen, bis alle eingeschlafen sind.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm nächsten Morgen ging’s zurück, wir waren glücklicherweise nicht so weit gelaufen, weil es so schnell dunkel geworden war und wir uns um einen Schlafplatz kümmern mussten. Wieder zurück sangen wir dann noch viel und erzählten unsere Geschichten, räumten schon mal so langsam das Haus auf und machten überhaupt viel drinnen, denn keiner wollte an diesem Tag noch rausgehen. Auch an diesem Abend gab es einen Nachtisch: Kekse und Gemüsesticks.

Winterfahrt2012_34Der siebte und letzte Tag wurde ausschließlich zum Säubern, Packen und Aufräumen genutzt und wir machten eine Aufnahme von unseren Liedern, an denen wir die vergangenen Tage gearbeitet haben. Für jeden Raum gab es 2 Leute, die sich um ihn kümmerten. Die Kamine wurden nicht mehr angeworfen und es wurde kühl. Am Frühstückstisch wurden Brote für die Fahrt geschmiert. Am Bahnhof machten wir den letzten Kreis und haben nochmal zusammen ein Lied gesungen, das allerletzte auf dieser Fahrt. Die Bahnfahrt war wieder lang: vier Stunden, diesmal allerdings im IC. Doch sie kam mir schneller vor als die Anreise.
Freude und auch ein bisschen Trauer bei allen, als wir am Hauptbahnhof in Berlin ausstiegen, uns voneinander verabschiedeten und zugleich unsere Eltern umarmten.

Text: Philip, 12 Jahre

Fotos von der Fahrt